Allgemeine Presse
* PRINZ "Jobs im Medienjungel"
* TV NEU "Fragebogen"
* VOGUE "Eine Frau und Ihr Auto"

Projektbezogene Presse

* GIESSENER ANZEIGER " Jo Kern liest Geschichten von HJ Hilbig "
* GIESSENER ANZEIGER , Kritik " Jo Kern bei ihrem Auftritt in Gießen
* MALLORCA MAGAZIN "Mallorca - Suche nach dem Paradies"
* PRISMA "Die unerwünschte Zeugin"
* Kritik von Elzbieta Tittelbach zu "Die unerwünschte Zeugin"
* Leipziger Volkszeitung "Die unerwünschte Zeugin"
* Ostthüringer Zeitung "Die unerwünschte Zeugin"


Jo Kern (23), Schauspielerin

Viele Menschen wissen ihr Leben lang nicht genau, was sie eigentlich wollen. Nicht so Jo Kern: Schon als kleines Kind stand für sie fest, daß sie Schauspielerin werden würde. Was lag da näher, als sich mit zwölf Jahren auf eine Ausschreibung einer großen Fernsehzeitschrift zu melden, in der die kindliche Hauptrolle für den Film "Ede und das Kind" mit Karl Heinz Schroth ("Jakob und Adele") gesucht wurde? Sie bekam die Rolle und somit die Bestätigung, daß sie mit ihrem Berufswunsch nicht so falsch lag. Ihr Talent bekam die gebürtige Münchnerin in die Wiege gelegt (ihre Eltern sind beide "vom Fach"), aber für ihren Erfolg muß sie hart arbeiten: "Als Schauspielerin lernt man nie aus, die Arbeit an einer Rolle ist immer Arbeit an sich selbst", beurteilt sie ihre für eine 23jährige schon beachtliche Kameraerfahrung. Sie hat schon bei über 30 Projekten mitgewirkt, darunter Kino- und Fernsehfilme ("Abgetrieben", "Die Brüder", "Die ungewünschte Zeugin") und großen Serien wie "Das Traumschiff" und "Gegen den Wind".

Quelle: Prinz Beilage "Jobs im Medienjungel", 10/98

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TV neu Fragebogen - an Jo Kern, 24

Welchen Traum... ...wollen Sie sich unbedingt noch erfüllen?
Alle.
Beschreiben Sie sich in drei Worten:
Darüber könnte ich mir lange den Kopf zerbrechen.
Worüber können Sie sich freuen?
In der "richtigen" Stimmung - über fast alles.
Worüber können Sie sich aufregen?
In der "richtigen" Stimmung - über fast alles.
Wo ist Ihr Lieblingplatz?
Wo es warm ist und das Meer rauscht.
Es brennt. Welch drei Gegenstände retten Sie aus Ihrem Haus/ Ihrer Wohnung?
Mein Handy - Ich rufe die Feuerwehr.
Ihr/e Lieblings/ -Serie/ -Film?
"Bladerunner" - "True Romance" - "Leon"
Mit wem würden Sie gerne mal in die Sauna gehen?
Mit Madonna.
Worauf achten Sie zuerst, wenn Sie jemanden kennenlernen?
Auf die Gesamterscheinung, die Ausstrahlung.
Mit wem würden Sie gerne einen Tag des Lebens tauschen?
Mit einem guten Freund von Fellini (als dieser noch lebte natürlich).
Ein gelungener Sonntag ist für mich...
Wenn ich meinen Launen nachgehen kann.
Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Die italienische Küche.
Was wäre das Erste, was Sie sich von einem Lottogewinn kaufen würden?
Kommt darauf an, wo ich bin, wenn mich diese Nachricht erreicht.
Was haben Sie sich als Kind immer gewünscht und nie bekommen?
Einen Wolf, einen Panter, einen Delfin und einen Eisbären.
Wovor haben Sie Angst?
Vor zu viel Angst.
Liebe ist...
Für mich nicht zu definieren.
Ihr Lebensmotto?
Bewusstsein für den Moment.

Quelle: TV Neu, 34/ 99

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Eine Frau und Ihr Auto
Jo Kern, Nachwuchs-TV-Star

Vogue: Ihr Auto?
Jo Kern: Ein Ford Granada, kurz vorm Verschrotten.
V: Und Ihr Traum?
JK: BMW 850 CSI, Mercedes CLK
V: Was nervt Sie im Strassenverkehr am meisten?
JK: Unsichere Autofahrer.
V: Ihre Lieblingsautofarbe?
JK: Dunkelblau, schwarz.
V: Wen würden Sie am liebsten mitnehmen?
JK: Marlon Brando und Dennis Hopper.
V: Und wen nicht?
JK: Tierquäler und Rassisten.
V: Ihre Automusik?
JK: Dire STRAITS, Element of Crime - wegen der Texte.

Quelle: Vogue, 09/ 97

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PRO 7 - "Mallorca Suche nach dem Paradies"

Mallorca Magazin - "Drehen im Urlaubsparadies für Jo Kern schon Routine"
Die 23-jährige steht in den ersten Folgen im Mittelpunkt der Mallorca Serie

Von all den Darstellern die fortan werktäglich in "Mallorca zu sehen sind, stand Jo Kern wohl bisher die meisten Drehminuten vor der Kamera. Denn sie spielt Lena Schilling, und deren Schicksal bildet in den ersten Tagen der neuen Daily Soap einen der Hauptinhalte. Die 23-jährige Münchnerin wirkte in den letzten Jahren in rund 30 verschiedenen Produktionen mit, wobei ihr die Arbeit in Urlaubsatmosphäre unter südlicher Sonne bestens bekannt ist. Man konnte Jo Kern zum Beispiel in 13 Teilen der Animateurserie "Sterne des Südens" sehen. "Gedreht wurde in der Türkei und in Griechenland", erinnert sich die Schauspielerin. "Bei ‚Gegen den Wind' war ich in den Hawaii-Folgen dabei, auch die Traumschiff Dreharbeiten in der Karibik haben viel Spaß gemacht:"
Und nun Mallorca. Die Urlaubsinsel hat Jo Kern vor dem Jobstart nur einmal als kleines Kind besucht. "Ich habe aber schon von vielen Kollegen die hier in den letzten Jahren gearbeitet haben, gehört, daß es hier einige schöne Ecken gibt." Mallorca war daher auch einer der Gründe, das Serienangebot anzunehmen: "Eine solche Daily-Sache hätte ich wahrscheinlich nicht gemacht, wenn es in Köln oder Berlin gewesen wäre. Es ist schon ein Reiz , das man hier in der Sonne ist, am Meer, einfach da arbeitet wo's schön ist." Viel Zeit die Insel zu erkunden, hatte Jo Kern allerdings nicht nicht, sie kennt fast nur den Blick aus dem Autofenster auf der Fahrt von Palma zum Drehort.
Doch auch der Daily-Stress wird sich noch einpendeln. Reizvoll findet Jo Kern auch ihre Rolle: "Ich spiele eine Frau, die einen Schicksalsschlag in Deutschland erlebt hat und nicht so recht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Eine feinfühlende, sensible, in sich gekehrte Frau, die einfach mal raus muß." Für Jo Kern ist die Figur Lena Schilling die interessanteste Rolle, in der sie bislang agiert hat: "Ich kann nicht mehr die junge Geliebte am Strand spielen, die ihre erste Nacht hat. Ich kann aber auch noch keine Fernsehkommissarin spielen. Deswegen ist es immer gut, wenn eine Rolle kommt, die weg geht von ‚schöner Begleiterin'."
Und mit dem Genre Daily Soap hat Jo Kern, deren Freund weiterhin in der gemeinsamen Wohnung in Köln lebt, auch keine Probleme: "Lieber in einer Serie eine schöne Rolle, als im Kinofilm zehnmal durchs Bild laufen."

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PRISMA, 15.07.1998

Jo Kern ist heute abend in der ARD "Die unerwünschte Zeugin"
Von Anke Groenewold

Andrea wohnt in einer muffigen Kleinstadt und eckt ständig an. Eines Tages stirbt der reichste Mann des Ortes. Pech für Andrea: Sie war dabei. Jetzt beginnt eine Hexenjagd auf die junge Frau. Ihre einzige Freundin will ihr helfen. Gemeinsam verändern sie ihr Aussehen. Prompt verliebt sich der Sohn des Toten in Andrea. Die Jungschauspielerin Jo Kern (23) spielt in Maria-Theresia Wagners Film "Die unerwünschte Zeugin" die Rolle der Andrea. Jo Kern reizen fordernde und ungewöhnliche Rollen, in denen sie ihre Vielseitigkeit zeigen kann. Auf keinen Fall möchte sie auf einen bestimmten Typ festgelegt sein. Also spielt sie sich quer durch alle Genre und versucht so unterschiedliche Partien wie möglich anzunehmen. Die Figur der Andrea reizte sie, weil "ich einiges zeigen und mich schauspielerisch weiterentwickeln konnte", sagt Kernke. Fünf Wochen haben die Dreharbeiten für die "etwas überdrehte Mischung aus Krimi und Aschenputtelgeschichte" (Kernke) gedauert. Eine relativ lange Zeit für eine TV-Produktion. Für Jo Kern stand schon früh fest, daß sie Schauspielerin werden wollte. "Mit zwölf war es ganz klar, daß ich in diese Richtung gehe"; sagt sie. Mit zwölf bekam sie auch ihre erste Rolle. In der Zeitschrift "Gong" hatte der Teenager gelesen, daß ein "normales junges Mädchen" gesucht wurde, das an der Seite von Carl Heinz Schroth spielen sollte. Die gebürtige Münchnerin ging zum Casting, bekam den Job und siedelte für fünf Wochen nach Hamburg über - für die Schülerin ein aufregendes Erlebnis. Auf eine Schauspielschule ist die 22-jährige nie gegangen. Nicht, weil sie glaubt, daß sie es nicht nötig hat. Denn das Handwerk will gelernt sein. Kollegen, die behaupten, sie brauchten das alles nicht, findet sie albern. Judith Kernke nimmt nebenbei Unterricht um ihre Stimme auszubilden und ihre schauspielerischen Ausdrucksmöglichkeiten zu erkunden. Inzwischen hat der Jungstar mit der rauchigen Stimme reichlich praktische Erfahrung gesammelt - in Serien wie "Sterne des Südens", "Gegen den Wind" oder "Das Traumschiff", aber auch in TV-Spielfilmen wie Peter Ariels "Die Brüder" oder Kückelmanns "Abgetrieben". Einen ganz glamourösen Kinoauftritt hat die Schauspielerin bis jetzt noch nicht erhaschen können. Aber um jeden Preis will die in Köln lebende Darstellerin auch nicht auf die große Leinwand: "Lieber forme ich in einer Serie interessante Charaktere als in einem Kinofilm fünfmal durchs Bild zu rennen", meint Jo Kern. [...] Jo Kern ist eine Frau mit vielen Talenten. Musik spiele eine wichtige Rolle in ihrem Leben, erläutert sie. Sie sang in einer Band und spielt nach wie vor Gitarre. Wenn sie sich nicht gerade auf eine Rolle vorbereitet, steht sie vor der Staffelei und malt Ölbilder. "Irgendwann werde ich wieder ausstellen". Jo Kern ist alles zuzutrauen.

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Drei Frauen pfeifen auf kleinkarierten Klassenkampf
Nicht nur die "unerwünschte Zeugin" zeigt darstellerische Klasse - Heimat-Krimi mit klarer Bildsprache
Von Elzbieta Tittelbach

Archaisch und modern zugleich mutet Asta Scheibs Heimat-Krimi "Die unerwünschte Zeugin" an, den Maria Theresia Wagner ("Die Nacht des Marders") kongenial verfilmte und der heute um 23:15 Uhr in der ARD zu sehen ist. Passend urbayerisch ist die Besetzung mit Newcomerin Jo Kern ("Sterne des Südens"), der Volksschauspielerin Veronika Fitz, bekannt als "Die Hausmeisterin", und dem dirndltragenden Volksweib par excellence, Christine Neubauer ("Löwengrube") [...] So grob einige Figuren auch gezeichnet sind, nie triumphiert die Dramaturgie über die Lebendigkeit der Charaktere. Die Bildsprache ist klar, mitunter gelingen Maria Theresia Wagner hübsch hingetuschte Landschafts-Tableaux ohne dabei ins Pittoresk-Geschmäcklerische abzugleiten. In einem solch klassisch-kernigen Hinterwäldler-Drama richtet sich das besondere Augenmerk auf die Darsteller. Und die sind das ganz große Plus in diesem kleinen Fernsehfilm. Judith Kernke, die bisher weniger Aufsehen durch ihre Rolle machte als durch die Tatsache, die uneheliche Tochter von Pinkas Braun zu sein, spielt den Wildfang Andrea höchst nuanciert [...]

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"Nur die schöne Begleiterin, das ist mir einfach zu wenig"
Jo Kern über Rollen, Angebote, Schubladen und Chancen

Sie ist die Tochter von Pinkas Braun und war mit geheimnisvollen blaugrünen Augen einer der "Sterne des Südens": Jo Kern. Heute ist sie in "Die unerwünschte Zeugin" zu sehen. Norbert Wehrstedt sprach mit der 22-jährigen.

Frage: Sie spielen...
Jo Kern: ... ein modernes Aschenputtel. Eine Außenseiterin in einem bayrischen Dorf. Als dort ein Unglück passiert, behauptet sie, es sei Mord. Das bringt das Dorf gegen Andrea auf.
Klingt nach Heimatfilm.
Ist aber ein Krimi-Märchen.
Die Rolle soll für Sie geschrieben worden sein?
Ich habe mal zur Untermiete bei der Autorin gewohnt. Als sie das Buch fertig hatte, erinnerte sie sich an mich, rief an und sagte, sie möchte, daß ich die Rolle spiele.
Eine Traumrolle?
Eine sehr schöne. Aber Traumrolle? Einen Western würde ich gerne mal drehen...
Und wie ist es mit der Fortsetzung der "Sterne des Südens"?
Eine schöne Zeit, aber ich möchte nicht unbedingt auf den Typ hübsches Mädchen festgelegt werden.
Besteht da eine Gefahr?
Nach "Sterne des Südens" bekam ich viele Angebote, in denen ich nur die schöne Begleiterin sein sollte. Ist mir zu wenig. Ich glaube, daß ich vielseitig bin und alles spielen kann - vom Junkie bis zum Vamp.
Wonach wählen Sie ihre Rollen aus?
Ob ich mich schauspielerisch weiterentwickle. Die Branche ist so kurzlebig, da suche ich nach reizvollen Rollen, in denen ich wirklich aufgehe.
Wie wäre es mal mit Kino?
Natürlich, aber generell spiele ich lieber eine anspruchsvolle Rolle in einer Serie als eine Idiotin im Kino.

(Leipziger Volkszeitung, 15.07.1998)

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Malen ist fast so reizvoll wie spielen
Gespräch mit Schauspielerin Jo Kern

Wer sie einmal in einer Rolle gesehen hat, dem bleibt sie im Gedächtnis haften: Jo Kern gehört zu den Akteuren, die durch ihre Ausstrahlung und ihre Ausdrucksweise überzeugen. Außerdem zählt sie zu der mittlerweile schon fast altmodischen Schauspieler-Art, die für ihren Beruf leben, und dafür monatelange Vorbereitungen in Kauf nehmen, um wirklich gut zu sein. Mühelos nachzuprüfen heute abend in dem Fernsehfilm "Die unerwünschte Zeugin"

Sie sind erst 23 Jahre jung, aber in ihrem Beruf durchaus schon ein alter Hase. Wie sind sie eigentlich zur Schauspielerei gekommen?
Ich bin von Haus aus vorbelastet, meine Mutter ist Schauspielerin und mein Vater, Pinkas Braun, auch. Schon als Schulkind habe ich in kleineren Rollen mitgewirkt, und meine erste große Rolle bekam ich mit 12 angeboten - in Carl Heinz Schroths "Ede und das Kind." Mit 16 spielte ich in "Abgetrieben" und seitdem habe ich Blut geleckt und kann das spielen nicht mehr lassen.
In vielen Kino-und Fernsehfilmen waren sie bereits zu sehen. An welchen denken sie besonders gern zurück?
Es sind, glaube ich, insgesamt 30 Produktionen, in denen ich größere oder kleinere Rollen gespielt habe. An welche denke ich besonders gern zurück? Hm, schwer zu sagen, aber sehr interessant war mein Part an der Seite Senta Bergers in "Mein Sohn ist kein Mörder"
Für den ARD-Fernsehfilm "Die unerwünschte Zeugin" wurde ihnen sogar die Rolle auf den Leib geschrieben. Wie kam es dazu?
Das war eher ein glücklicher Zufall. Ich habe als Untermieterin in dem Haus gewohnt, in dem auch die Autorin Asta Scheib lebte. Sie hat mich gesehen und zu mir gesagt: Judith, ich schreibe gerade an einem Buch, und das Mädchen, das darin vorkommt, könntest du spielen. Ich hatte diese Begegnung fast schon vergessen, aber zwei Jahre später rief sie mich an und teilte mir mit, daß ich für die Hauptrolle vorgesehen war.
[..]
Lieben Sie Happy-Ends?
Ein richtig guter Film kommt auch schon mal ohne ein Happy-End aus; Aber wenn es sich folgerichtig ergibt und nicht kitschig wirkt ist es doch schön, wenn am Ende alles gut wird. Ich glaube, jeder Mensch mag lieber einen guten, als einen schlechten Ausgang, egal in welcher Angelegenheit.
Was wäre eine Traumrolle für Sie?
Ich könnte es mir leicht machen, sagen, "Cinderella" oder so - eine Traumrolle ist für mich von dem Rollenprofil und dem Buch abhängig.
Was tun Sie, wenn sie nicht drehen?
Malen, hauptsächlich grafische Sachen wie chinesische und japanische Zeichensymbole. Ich brauche es als Ausgleich. Inzwischen wage ich mich aber auch schon an Porträts. Und Musik spielt eine wichtige Rolle für mich.

(Gespräch: Melitta Ruge)
Ostthüringer Zeitung, 15.07.1998

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2005: GIESSENER ANZEIGER "Jo Kern liest Geschichten von HJ Hilbig"

TIFF/Kultur 09.11.2005

TV-Schauspielerin Jo Kern liest Geschichten von Hans-Jürgen Hilbig Veranstaltung am Samstag in "Bau & Raum" - Prosaband "Elke erzählt" auch als Hörbuch

GIESSEN (V). Die Schauspielerin Jo Kern (vormals Judith Kernke) liest "Elke erzählt" des Gießener Dichters Hans-Jürgen Hilbig, am Samstag, 12. November, um 20.30 Uhr, in den Geschäftsräumen von "Bau & Raum", Kirchenplatz 8, in Gießen. Es mutet wie ein Märchen an. Hans-Jürgen Hilbig hatte Jo Kern 1995 auf dem Titelbild einer Fernsehzeitschrift gesehen und träumte, dass wenn seine damaligen WG-Geschichten (mit Elke als Hauptdarstellerin) einmal verfilmt würden, Jo Kern die Elke spielen würde. Im Juli 2005 war es dann soweit, zwar nicht im Film, aber als Hörbuchsprecherin kam die vom Film und Fernsehen bekannte Schauspielerin und Malerin in das Choclate Factory Studio nach Gießen und las dort "Elke erzählt" von Hans-Jürgen Hilbig. Die 30-jährige Schauspielerin fing schon sehr früh mit dem Schauspielen an. 1988 im Alter von 13 Jahren spielte sie an der Seite von Carl Heinz Schroth in "Ede und das Kind" . Bekannt ist sie auch aus Femsehserien wie "Tatort", "Soko-Leipzig" und "Sterne des Südens". Den neusten Streifen "Special" drehte sie gerade mit Til Schweiger und Jürgen Vogel ab. Sie lebt abwechselnd in München, Köln und New York.
Hans-Jürgen Hilbig lebt in Heuchelheim. Veröffentlichungen gab es unter anderem in der Lifestylezeitschrift "Kult" (herausgegeben von Sibylle Berg) und in diversen anderen Literaturzeitschriften.
1999 erschien der Gedichtband "Es gibt keine Zeit mehr", herausgegeben von Markus Detert.
"Elke erzählt" ist nicht eine Geschichte - es sind 30 Geschichten. Bei Elke dreht sich eine Menge und das meiste um die Liebe. Aber es geht auch um die Angst, um die Irrtümer, es geht um die Schnabeltassen und die zerbrechlichen Gläser, die am Ende doch wieder zerbrechen. Es geht um das Warten, und dass man nicht immer weiß, worauf man eigentlich wartet. Es geht um ankommende und abfahrende Züge und um Strichmännchen, die versuchen irgendwie zu existieren.
Das Hörbuch kostet zwölf Euro und ist zu bestellen unter folgenden E-Mailadressen Hans-Juergen.H@gmx.de oder bei elke@jo-kern.com.

Telefon (06 41) 95 04 -0 · Telefax (06 41) 95 04 -0
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2005: Jo Kern bei ihrem Auftritt in Gießen

TIFF/Kultur 15.11.2005

Ideale Interpretin für Hilbigs Texte Schauspielerin Jo Kern stellte Hör-CD "Elke erzählt" vor

GIESSEN (hsc). Hans-Jürgen Hilbig ist ein Gießener Dichter. Der Autor reimt jedoch nie, vielmehr fügt er Alltägliches chaotisch zu Gedanken und Bildern zusammen, die man dann wiederum unstimmig nennen kann. Bis man zu diesem Urteil kommt, muss man jedoch entweder Schmunzeln, Kichern oder Lachen. Jetzt kam es noch besser: Die Schauspielerin Jo Kern las am Samstag ganz vorzüglich bei Bau & Raum Texte aus Hilbigs aktueller Hör-CD "Elke erzählt". Jetzt weiß man endlich, wer Elke ist - und wie sie klingt. Wer Hilbig ist (Hausherr Gerd Römer: "Der wohl ungewöhnlichste Gießener Dichter"), wissen in Hessen durchaus einige Leute (der HR strahlte mehrere Arbeiten von ihm aus). Der 1962 geborene Gießener, gelernter Bürokaufmann, hat bereits Gedichte (in der Literaturzeitschrift "Kult") und sogar einen Roman veröffentlicht. Die Münchnerin Jo Kern, Jahrgang 1975, ist durch ihre Arbeiten für Fernsehen und Film bekannt. Wie man zusammen kam? Hilbig habe davon geträumt, dass Kern mal die Hauptrolle in der Verfilmung seiner WG-Geschichten mit der Hauptfigur Elke spielen würde. Zwar war Kern durch Projekte noch größeren Kalibers verhindert (sie drehte eben "Special" mit Til Schweiger, Jürgen Vogel und Alexandra Maria Lara ab), gleichwohl kam es im Sommer dieses Jahres zur Produktion einer Hörbuch-CD, produziert und einfallsreich mit Musik begleitet von Peter Herrmann. Ums vorweg zu nehmen, Kern ist die ideale Besetzung für Hilbigs Arbeiten. Sie geht mit einem Schwung und zugleich einer humorvollen Respektlosigkeit an die Texte heran, die erst mal ansteckend sind. Das ist auch wichtig, denn sie handeln unter anderem von einer "Fliege, die nicht sterben kann", und von Strichmännchen, die ein gefährliches Leben führen. Gelegentlich sagt Elke Sätze wie "Ich ging zu den Gräbern und beruhigte die Toten". Hilbigs Element ist das Sammeln paradox verfremdeter Bilder ("Regenwürmern beim Pinkeln zugucken") und ultratrockener, selbstironischer Vollbremsungen: "Das gibt es nicht, aber so ein Satz, einmal hingeschrieben, verdient es, zu bleiben". Das sitzt, und wenn Kern dabei verschmitzt ins Publikum lächelt, wundert man sich, was man an den schrägen Sachen Hilbigs jemals seltsam fand?
Die Schauspielerin bringt präzise, routiniert und mit unaufdringlicher Sinnlichkeit auf den Punkt, was den Autor auszeichnet: Die Sprache stimmt immer, der Inhalt nie, vereinfacht gesagt; manchmal schaut Kern selbst verwundert zum Autor rüber. Fest steht jedoch, dass man sich von Hilbigs kunstvoll aufgetürmten, originellen und fantasiereichen Bilder- und Gedankenstapeln nachhaltig anregen und stimulieren lassen kann. Ganz besonders, wenn Jo Kern liest, als wäre das alles ganz normal.

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2006: Jo Kern bei ihrem Auftritt in Gießen

TIFF/Kultur 22.08.2006

(...)und Kern erwies sich wie schon vor einem Jahr als ideale Besetzung, um die merkwürdige Texte vorzutragen. Mit scheinbar müheloser Übersicht arbeitete sie Nuancen heraus, ließ die sinnliche Stimme nicht zu rauchig klingen und trat der eigentümlichen Dichtersprache mit entspanntem Humor entgegen. So konnte man sich an Hilbigs schrägen Umgang mit Bedeutungen, seine paradoxen Aufhebungs-Schlenker und natürlich seinen Witz gewöhnen. "Wenn zwei Stühle einander verstehen, macht irgendwo auf der Welt ein Möbelhaus auf" - wie Kern das liest, ist das reine Poesie.(...)

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2008: Das schöne Mädchen von Seite 1

TIFF/Kultur 10.05.2008

Klaus- J. FrahmGIESSEN. Es ist eine sehr eigene Welt, die Wohngemeinschaft, in der Elke lebt. Der Alltag ist voller Absurditäten, bekannte und beruhigende Normalität stellt sich nie ein. Schon seit über 15 Jahren wird Elke von ihrem Erfinder in immer neue, nicht zu bestehende Abenteuer gestürzt, aus denen sie auf wundersame Weise immer wieder unversehrt heraus kommt. Im Antiquariat "Dichtung und Kunst" im Seltersweg 55 begaben sich die Zuhörer am Donnerstagabend in die von Fallstricken durchzogene Fantasiewelt des Dichters. Wanderführerin war bereits zum dritten Mal die Münchner Schauspielerin Jo Kern, deren Lesung von Texten Hilbigs auch auf CD erhältlich ist. Antiquar und Moderator Dieter Schormann begrüßte Dichter und Schauspielerin und stellte den Besuchern die Künstler mit einem kurzen Interview vor. Hilbig erzählte, wie ihm 1992 eines Tages die Fernsehbeilage aus der Tageszeitung heraus rutschte und ihn Jo Kern von der Titelseite anlachte. Damals hieß sie noch Judith Kernke, und der Name sollte den Dichter nicht mehr loslassen. Als im neuen Haushalt Hilbigs in Heuchelheim 1998 das Internet verfügbar war, gab der Dichter in eine Suchmaschine als ersten Begriff den Namen Judith Kernke ein und fand Jo Kern. Ihr schickte Hilbig sofort die gesammelten Texte über seine Figur Elke, die in seiner Fantasie aussah wie die Schauspielerin. Nach einer Reihe Mails, unter anderem mit Gedichten und neuen Prosatexten, kam die Antwort aus München. So begann eine fruchtbare Zusammenarbeit, der neben der CD die inzwischen dritte Lesung in Gießen entsprang. Das Publikum erlebte wie in den vergangenen Jahren eine humorige Lesung, wobei sich dieses Mal Hilbig und Jo Kern abwechselten und neben den bekannten Wohngemeinschaftsszenen auch sehr eigenwillige Neuschöpfungen Hilbigs zu Gehör kamen. Fast schien es, als sei Hilbig ernster geworden, wenn er seinen Protagonisten in "Der alte Mann und das Boot" an einer belebten Straße in einem Boot sitzen lässt. Trotz der neuen Ernsthaftigkeit bleiben witzige Wendungen auch in Hilbigs neuen Arbeiten bestimmend. Fast zwei Stunden trugen Hilbig und Jo Kern alte und neue Werke des Dichters vor. Das Publikum amüsierte sich, und den Künstlern machte die Lesung sichtlich Freude. Zum Abschluss gab es noch eine angeregte Unterhaltung mit dem Publikum. Dann signierten der Dichter und die Schauspielerin bereitwillig CDs fürs Publikum.